SCHÖN, DASS SIE REINSCHAUEN ...
... hier erscheinen in unregelmässiger Folge Heiteres, Albernes, aber auch bissige Satire















Posts mit dem Label CO2 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label CO2 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

2011/11/09

Klimaschutzdurchbruch in Australien?

Australien, einer der größten CO2-Emittenten der Welt (höchster Pro-Kopf-Ausstoss!), hat eine Kohlendioxid-Steuer beschlossen. Die Unterschrift des Generalgouverneurs vorausgesetzt, wird sie im Juli 2012 in Kraft treten. Etwa 500 der größten australischen Industrieunternehmen werden dann pro t CO2-Ausstoss 23 Australische Dollar "Carbon Tax" zahlen müssen, die danach jährlich um 2,5% angehoben werden soll. Es ist also durchaus ein erzieherischer Wert angedacht: wer nichts unternimmt, seine Emissionen zu senken, zahlt immer mehr.

Der Bevölkerung wird die Sache schmackhaft gemacht, indem ein Teil der Einnahmen für familienpolitische Maßnahmen und Steuersenkungen genutzt werden sollen. Der Rest geht in die Förderung "Erneuerbarer Energien". Die Industrie, allen voran die mächtige Kohlebranche, wehrt sich heftig. Sie schürt gezielt Ängste der Menschen und droht mit dem Verlust tausender Arbeitsplätze. Rund 75% der Elektroenergie wird downunder durch Kohlekraftwerke produziert - sie sind auch die schlimmsten Luftverpester. Ob nun Steuer oder Emissionsreduzierung durch Modernisierungsmaßnahmen - in jedem Fall dürften die Strompreise für die Verbraucher kräftig steigen.

Wenige Wochen vor dem Klimagipfel in Südafrika könnte das neue Gesetz ein Lichtblick sein, denn Canberra hatte sich bisher allen Klimaschutzforderungen verweigert. Auch Regierungschefin Gillard, noch im Wahlkampf 2010 eine Gegnerin der seit Jahren diskutierten Steuer, mußte erst umdenken, um die Unterstützung von Grünen und einiger unabhängiger Abgeordneter für ihre Minderheitsregierung zu gewinnen. Jetzt feiert ihre Labour Party den Beschluss als "historisches Votum". Die konservative Opposition dagegen hat geschlossen gegen das neue Gesetz gestimmt. Ihr  Anführer Tony Abbott blieb der Abstimmung im Senat demonstrativ fern. Ein Senator der Koservativen argumentierte in der Debatte: "Wir koppeln unsere Zukunft an ein farbloses, geruchloses Gas - das ist der Gipfel der Dummheit!" Sinngemäß bedeutet das wohl: "Was ich nicht sehe und rieche, ist auch nicht da!" Tony Abbott hat auch bereits angekündigt, im Falle eines Sieges bei den nächsten Wahlen das Gesetz wieder aufzuheben. Diese Denkweise ist mehr als konservativ, sie ist rückschrittlich und hirnlos; denn gerade Australien leidet seit vielen Jahren ganz besonders unter dem Klimawandel.

Dagegen heißt es aus der Regierung: "Wir akzeptieren die wissenschaftlichen Einschätzungen, wir akzeptieren, dass wir handeln müssen."  Im vergleichsweise kleinen Neuseeland hat man die Kohlendioxidemissionen längst gesetzlich limitiert.

Doch zuviel Jubel wäre verfrüht: kein Gesetz ohne Schlupflöcher. Firmen, die ausländische Konkurrenten haben, die nicht mit einer vergleichbaren Abgabe belastet sind, sollen fast die gesamte Steuer wieder erstattet bekommen. Auch die Landwirtschaft, die ja nicht unerheblich emittiert, bleibt vollständig von der Taxe verschont.

2011/09/28

Heute feiern wir die Zerstörung der Welt!

Gestern war Welterschöpfungstag. Ab heute verbraucht die Menschheit mehr Ressourcen, als in diesem Jahr nachwachsen können. Dabei leidet die Erde schon seit Jahrzehnten an der Übernutzung, das ökologische Defizit potenziert sich. Man kann also von chronischer Erschöpfung sprechen. Also sollte man Mutter Erde zur Kur schicken? Wie müßte die aussehen? Gesamte Menschheit in Raumtransporter verladen, einen anderen Planeten suchen und demolieren und erst in ein paar Jahrhunderten zurückkehren? Denn offensichtlich sind wir ja nicht gewillt, uns einzuschränken!
"Wir nutzen mehr von Äckern, Feldern, Wäldern, Tieren und aus den Fischgründen, als nachwachsen kann. Es ist jetzt schon ... mehr Müll auf den Kippen, als die Natur absorbieren kann." (taz)
Und das, obwohl ein Großteil der Menschheit nicht satt wird und nach unseren Begriffen in Armut lebt. Ist die Erde zu klein für uns? Laut Expertenmeinung bräuchten wir ab etwa 2030 zwei Erden, wenn wir so weitermachen.
"Jedes Jahr verschwindet eine Regenwaldfläche der Größe Griechenlands. Arten sterben aus, die Fischgründe leeren sich und die Atmosphäre heizt sich auf, weil der menschliche Treibhausgasausstoß so gewaltig geworden ist, dass er von der Biosphäre nicht mehr absorbiert werden kann," schreibt kleinezeitung.at und Focus online meint: "Wäre die Erde ein Unternehmen, stünde sie bereits tief in den roten Zahlen."
Wir kennen das Problem. Dieser und jener versucht, persönlich etwas dagegen zu tun. Aber da sind Milliarden Menschen, die auch gern so komfortabel leben möchten wie wir ...