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... hier erscheinen in unregelmässiger Folge Heiteres, Albernes, aber auch bissige Satire















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2012/02/05

Umfrage

Welches politische/gesellschaftliche Ereignis fürchten Sie 2012 am meisten?

Wulffs Rücktritt

00,50%

Cindy aus Marzahn wird neue Bundespräsidentin

23,23%

Weltuntergang

17,98%

Merkel verurteilt Maya wegen ausbleibenden Weltuntergangs, fordert Entschuldigung und erwägt Angriff

21,80%

Wechselkurs USD 1:1 EUR

72,01%

der Islam übernimmt Europa und die Scharia wird eingeführt

51,02%

China kauft Europa und der Kommunismus wird eingeführt

82,75%

Cuba übernimmt Europa und wir werden alle verhungern

99,77%

die Maya versklaven Europa und wir alle müssen steinerne Kalender meißeln

36,91%

Großbritannien übernimmt Europa, die EU wird aufgelöst

11,07%

die Bunderegierung wird geschlossen von einem UFO entführt (BILD: Waren es die Maya?)

04,28%

saudumme Umfrage-Fakes grassieren

66,66%

Summa

488,08%


Fazit: 488,08% aller Internetnutzer nahmen an der Umfrage teil. Vielen Dank!

2011/11/01

demos kratos á la Papandreou

Wird es in Griechenland, wie Papandreou gestern verkündete, ein Referendum über die "Euro-Rettung" geben? Können wir, die wir den Rettungs-Irrsinn seit Monaten mit hilflosem Kopfschütteln verfolgen, noch hoffen? Möglicherweise hat es der griechische Ministerpräsident ja einfach satt, seinen Kopf hinzuhalten für drakonische Maßnahmen, die seine Wähler verabscheuen. AFP meldet dazu: "Außer dem massiven Protest auf der Straße und dem Widerstand der konservativen Opposition sieht sich der Regierungschef von der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung (PASOK) auch wachsendem Unmut innerhalb seiner eigenen Partei gegenüber."

Vielleicht handelt es sich aber auch nur um einen Trick, um das Volk vorübergehend ruhigzustellen? Abstimmungen kann man so lange wiederholen lassen, bis das Ergebnis stimmt. Plötzlich und unerwartet kann es passieren, dass man nicht das nötige Geld für die Durchführung des Referendums hat. Man kann es bis Sankt Nimmerlein aufschieben, vergessen, oder äußere Zwänge (wie z.B. die „Troika“) können einem einen Strich durch die Rechnung machen. Vielleicht rät auch das Orakel von Delphi ab …

Mit den europäischen "Partnern" scheint die Ankündigung jedenfalls nicht abgestimmt gewesen zu sein: die Empörung über soviel Demokratie erscheint zu ehrlich, um gespielt zu sein. Im abgrundtief demokratischen Europa soll ein Volk über seine Zukunft abstimmen!! Europas Polit-“Größen“ reagieren je nach Temperament irritiert, aufgebracht, überrascht, bestürzt. Vor allem Sarkozy ist geschockt, drohen doch neue Gefahren für seine Großbanken. Merkel und Sarko kündigten umgehend an, sich beraten zu müssen. (Wie lange sich die anderen EU-Staaten noch mitansehen, dass die beiden immer wieder zu zweit etwas auskaspern, was dann den „Partnern“ angedreht wird, wäre auch einmal eine interessante Frage.) Brüderle und einige andere drohen Griechenland unverblümt mit Zahlungsstopp. Aber dass es im Falle eines "Nein" mit den Hilfe-Milliarden vorbei sein würde, dürfte dem Griechenchef wohl auch klar sein.

Man sollte die internationalen Polit-Theater-Akteure aber nicht unterschätzen. Sie mögen keine Ahnung haben von dem was sie tun und entscheiden, aber einige von ihnen sind blendend darin, zu manipulieren, suggerieren, manövrieren ... Vielleicht ist das ganze Blabla nur Teil eines größeren Plans. Vielleicht sollen die Griechen so sanft hingelenkt werden zu der „richtigen“ Entscheidung.

Auch wienerzeitung.at zweifelt an den hehren Zielen Papandreous und zieht Parallelen zum Zockermilieu: "Griechenlands Ministerpräsident Giorgios Papandreou pokert extrem hoch. Sollte er es mit der Ankündigung, das griechische Volk über das zweite Hilfspaket abstimmen zu lassen, tatsächlich Ernst meinen, so wäre das am Pokertisch gleichbedeutend mit >All-in<: Alles oder nichts." Aber warum macht ein gewiefter Polit-Spieler so einen riskanten Zug? Verzweiflung kann ein Grund sein. Man sieht keinen anderen Ausweg mehr und hofft, dass der Gegner seine Karten wegwirft. Es können aber auch weitaus tiefgründigere Überlegungen dahinterstecken.

Was droht den Griechen im Falle eines „Nein“? Lassen wir mal die Tatsache beiseite, dass es nicht Griechenland ist und schon gar nicht das griechische Volk, das von den Milliarden und Abermilliarden profitiert, sondern immer wieder nur die Banken und Versicherungen. (Prompt reagierten „die Märkte“ auch wieder mit Kursstürzen auf Papandreous Ankündigung.) EU und IWF würden, vermutlich schon im Vorfeld der Volksbefragung, alle Zahlungen einstellen. Griechenland wäre ob seiner Wankelmütigkeit auf lange Zeit von jeder Kreditquelle abgeschnitten. Die Folge wäre nicht nur ein unvorstellbar härterer Sparkurs, sondern vermutlich würde die gesamte Administration zusammenbrechen. Möglicherweise gäbe es sogar einen Militärputsch, um das Land vor den offensichtlich unfähigen Demokraten zu beschützen. Jedenfalls flöge Hellas achtkantig raus aus dem Euro, vielleicht aus der EU. Was dann? Weiterwursteln wie bisher? Den Wohlhabenden Millionen an Steuern schenken, tote Rentner ernähren, einen aufgeblähten, ineffektiven Staatsapparat erhalten – das alles wäre nicht mehr drin.

Die Opposition fordert vorgezogene Neuwahlen – die die PASOK sicher verlieren würde - doch sie hat keine alternative Lösung. Die griechische Opposition hat sich zuletzt nur durch Verweigerung und destruktiven Populismus hervorgetan. Alles in allem wäre also eine Ablehnung der Sparmaßnahmen die Lösung, die das Volk am allerhärtesten treffen würde. Wenn die Griechen das einsehen, ist der Bluff gelungen.

2011/09/30

Euro-Wahnsinn

Der britische Außenminister William Hague spricht mir aus dem Herzen. Laut einer AFP-Meldung hat er  die Einführung der Gemeinschaftswährung als "kollektiven Wahnsinn" und die sogenannte Euro-Zone als "brennendes Haus ohne Ausgang" bezeichnet.
Ich erinnere mich noch, wie man uns den Euro anfangs schmackhaft machen wollte: Lästiges Umtauschen entfällt, es wird eine stabile Währung sein wie die D-Mark, alle haben Vorteile davon und dergleichen Gesülze mehr. Für mich war von Anfang an klar: wirft man ein oder zwei "harte" Währungen in einen Topf mit Paternosterfahrern wie Lira und Drachme, kann nichts Solides dabei herauskommen. In ein Glas mit Salzwasser kannst du noch soviel Zucker rühren, es bleibt ungenießbar. Die "Rettung" bezieht sich nicht auf eine STABILISIERUNG des Euro - wie man uns weismachen will - sondern auf den starrköpfigen ERHALT einer politisch gewollten Währungskatastrophe.
Zweifellos gibt es die versprochenen Vorteile, sie kommen aber hauptsächlich der Wirtschaft zugute. Die Nachteile, sprich Kosten, tragen wie immer wir braven, doofen Steuerzahler. Und das alles ist nur rückblickend, also auf die Euro-Einführung (1999 Festschreibung der Wechselkurse, 2002 Zahlungsmittel) bezogen, gemeint - den jetzigen Irrsinn hätte man damals nicht in seinen blühendsten Alpträumen erahnt.

Spiegel-Online behauptet: "Die Abstimmung im Bundestag ist ein Doppelerfolg für Angela Merkel. Sie stärkt den Euro - und ihre Macht", relativiert dann aber: "Das Problem: Beide Ergebnisse müssen nicht unbedingt von Dauer sein." Seit Merkel Kanzlerin ist, hatte ich stets den Eindruck, daß sie wirkliches Gewicht nur auf die Außenpolitik legt, deutsche Interessen aber vernachlässigt. Gelegentlich werden wir mit einem TV-Interview u. ä. besoffen gequatscht - das wars dann mal wieder mit den Bemühungen ums Wahlvolk. Kurz gesagt, Merkels Macht in Europa mag gefestigt werden, aber hierzulande verliert sie immer mehr an Ansehen. Hat jemand wirklich den Eindruck, Merkel/Schäuble wüßten, was sie tun? Oder kippen sie doch nur ein Glas Wasser in das "brennende Haus ohne Ausgang"? Dazu noch ein Zitat von Spiegel-Online: "Niemand weiß, ob der nun beschlossene Rettungsschirm wirklich den Euro rettet. Auch Merkel und Schäuble wissen das nicht. Sie wissen auch nicht, ob die deutschen Bürgschaften in Höhe von 211 Milliarden Euro irgendwann für immer futsch sein werden."
Nachdem der Bundestag gestern dem erweiterten Euro-Rettungsschirm zugestimmt hat, stehen noch die Voten von vier Euro-Ländern aus. Legt keines davon sein Veto ein, werden wir ohne Ende in ein Faß ohne Boden zahlen dürfen. Die Hoffnung, es sind ja "nur" Bürgschaften, wird bald zerplatzen wie eine Seifenblase. Allein Griechenland zu "retten", ist ein Ding der Unmöglichkeit (die Wackelkandidaten wie Portugal usw. lassen wir mal außen vor). Auch wenn jetzt etliche Banken bereit sind, auf einen Teil ihrer Forderungen zu verzichten, wird Griechenland mit dem Geld in erster Linie Zinsen bedienen. Investitionen? Ich glaube nicht daran. Nachdem uns in den letzten Monaten immer tiefgreifender vor Augen geführt wurde, wie die griechische Administration (nicht) funktioniert, darf man doch davon ausgehen, daß das meiste Geld irgendwo versackt. Wenn ein Staat nicht einmal in der Lage ist, ein halbwegs intaktes Steuersystem aufzubauen, fehlt die Grundlage für sein Funktionieren. Hinzu kommt, daß die griechische Wirtschaft bereits jetzt vollkommen "kaputtgespart" ist. Wie soll man sie auf die Schnelle wieder zum Laufen bringen? Die Idee mit der Sonnenenergie finde ich zum Beispiel gar nicht so schlecht. Aber wer gewährleistet, daß die Griechen einen Profit davon haben und nicht nur die Investoren? Immer neue Zumutungen für das griechische Volk können jedenfalls nicht die Lösung sein.
Österreich, Niederlande, Slowakei und Malta müssen noch abstimmen. Die Slowakei hatte bereits dem ersten Rettungspaket ihre Zustimmung versagt. Lehnt eines dieser Länder ab, kann es sein, daß dessen Anteil an der geplanten "Garantiesumme" von den "Willigen" übernommen wird. Und so wird das Gewurschtel immer weitergehen. Es wird ja bereits diskutiert, ob eine weitere "Reform" des Rettungsschirmes nötig ist. Der Fallschirm wird nicht tragen, egal wie stark man an der Reißleine zieht, weil er ein Riesenloch hat. Was, zum Teufel, haben wir deutschen Steuerzahler davon, daß wir für all das aufkommen?