SCHÖN, DASS SIE REINSCHAUEN ...
... hier erscheinen in unregelmässiger Folge Heiteres, Albernes, aber auch bissige Satire















2012/07/24

Enten auf der Flucht

Ich war junge Schwäne fotografieren, ziemlich dicht dran.  
Wunderte mich schon, dass die Schwänin so 
gelassen bleibt, da fängt sie plötzlich an zu 
fauchen. Jedoch nicht meinetwegen, sondern ... 
... um diese Kollegin zu vertreiben. Die drehte sofort ab ...

 ... so schnell, dass der Nachwuchs kaum folgen konnte.


2012/07/09

Mal wieder ein paar Witze

Die Lehrerin ermahnt die 3. Klasse eindringlich, jeden Tag ein gutes Werk zu tun und einen Menschen glücklich zu machen. Nach der Schule führt Klein Fritzchen den Schäferhund aus, der heftig an der Leine zerrt. Da kommt Frau Schulze aus dem Haus, eine ältere Dame, und jammert: "Oh je, schon so spät, ich werde den Bus verpassen." Da biegt der Bus auch schon um die Ecke. Fritzchen hat den rettenden Gedanken, den Hund von der Leine zu lassen, und lange hat man die gute Frau nicht so spurten sehen. Sie rettet sich in den Bus, und die Tür schließt sich vor dem Hund, kurz bevor er zuschnappen kann. Fritzchen ist stolz auf seine gute Tat.

Am nächsten Tag prügelt sich Fritzchen auf dem Schulhof mit Maik. Sie haben viele Zuschauer, und Fritzchen trägt den Sieg davon. Die Lehrerin macht ihm nach der Pause Vorhaltungen, bezüglich guter und schlechter Taten. Fritzchen ist sich keiner Schuld bewußt: "Aber ich habe doch jemanden glücklich gemacht! Sie hätten sehen sollen, wie sich Maiks kleiner Bruder gefreut hat!"

Nach der Schule hat Lolita Kopfschmerzen und ist gereizt. "War es denn heute so schlimm in der Schule?" fragt die Mutter. "Ätzend! Musik und Zeichnen sind ausgefallen, und stell dir vor, dafür hatten wir drei Stunden Englisch!"  "Dann stell dir mal vor, wie die Engländer leiden müssen", erwidert die Mutter, "die haben es den ganzen Tag!"

Vater und Sohn fahren mit dem Zug.  Die Landschaft zu betrachten, wird dem Jungen schnell langweilig, und Papa muss sich etwas einfallen lassen. Da nimmt er dem Sohn die neue Mütze vom Kopf und tut, als würfe er sie aus dem Fenster werfen. Wenig später zaubert er sie aus der Gepäckablage. Der Junge ist begeistert, dass sein Vater hexen kann, reisst sich die Mütze nochmals vom Kopf, ruft: "Zaubere noch einmal, Papa!" und wirft sie aus dem Zugfenster.

Die Everts sitzen gemütlich beim Fernsehabend, doch immer wieder ruft die kleine Emma nach der Mutter. Sie kann nicht schlafen, ihr ist so warm, sie hat Hunger, sie muss mal. Mutter Evert hat bisher kaum etwas vom Film mitbekommen und sagt gereizt: "Wenn du noch einmal Mami rufst, setzt es was!" Kaum sitzt sie wieder auf dem Sofa und kuschelt sich an Vater Evert, da erschallt es laut und deutlich: "Frau Evert, kann ich was zu trinken haben?"

2012/07/04

Der Kritzenower Mönkenberg

Sage aus Mecklenburg



Südöstlich von dem Dorfe Kritzenow, ungefähr dreiviertel Meilen von Rostock entfernt, liegt ein Berg, der Mönken- oder Hexenberg genannt wird. Darin wohnten Zwerge, ein harmloses Völkchen, welche mit den Menschen in Frieden lebten. Oft erwiesen sie sich dienstfertig, reizte man sie aber, mußte man ihre Rache fürchten.
Diese Unterirdischen brauten ein gutes Bier, doch die Braugerätschaften holten sie sich des Nachts aus einem benachbarten Bauernhause. Den Bauern versorgten sie zum Dank mit dem Getränk und verhalfen ihm auch sonst zu Wohlstand.
Am Mönkeberge liegt ein großes Torfmoor, dicht mit Holz und Busch bewachsen. Hier hütete die Jugend des Dorfes nach damaliger Sitte des Nachts die Pferde.Das Knallen der Peitschen in der Nacht war nun den Unterirdischen sehr zuwider, und sie hatten es schon oft merken lassen, dass sie sich gestört fühlten.
Unter den Knaben war einer besonders keck und mutwillig; dieser versuchte fortwährend, die Unterirdischen zu ärgern. Als er in einer hellen Mondnacht wieder nach Herzenslust mit der Peitsche knallte, kam ein kleines Männchen auf ihn zu mit einem vergoldeten Silberbecher in der Hand, und bot ihm einen Trunk daraus an. Der Hirtenknabe ergriff den Becher, aber da er nichts Gutes vermutete, trank er nicht, sondern riss sein Pferd herum und ritt davon. Der Unterirdische eilte ihm hinterher, aber an einem Kreuzweg* konnte er nicht weiter und musste unverrichteter Dinge umkehren.
Der Knabe, der sich immer noch verfolgt wähnte, hielt nicht eher an, als bis er in dem Kirchdorfe Biestow war. Den Becher hielt er noch in der Hand, aber der größte Teil des Inhalts war verschüttet. Einige Tropfen hatten den Schweif des Pferdes getroffen, und nun zeigte sich die Beschaffenheit des Trunkes: die Haare waren verbrannt.
Der Knabe war froh, diser Gefahr entronnen zu sein, dankte Gott und schenkte den Zwergenbecher der Kirche zu Biestow, wo er lange Zeit zu besehen gewesen ist.


*Wegkreuzungen stellten wegen des Kreuzsymbols im alten Zauberglauben für Hexen und Geister ein unüberwindliches Hindernis dar

2012/06/01

Das Zwergenfrühstück

Am Gallberge bei Plau pflügten einmal zwei Knechte auf nebeneinander liegenden Äckern. Mit einem Mal rief der eine hinüber: "Mich deucht, es riecht nach frischem Brot und Bier?"
Und der andere antwortete: "Mir kommt es auch so vor, gewiß backen und brauen die Unterirdischen!"
Darauf wieder der Erste:" Ich habe Hunger und Durst, ob sie uns wohl etwas abgeben?"
Da waren sie auch am Ende der Furche angekommen, und als sie wenden wollten, sahen sie im Gras zwei blanke Krüge mit Bier und zwei kleine Laibe Brot liegen. Erst erschraken sie sehr, aber bald langten sie zu und liessen sich's schmecken.
Nachher füllte der erste die Kanne mit Unrat, aber der andere schalt ihn deshalb und legte einen blanken Groschen in seine Kanne. Der Erste ist dann auch krank geworden und bald darauf gestorben.


2012/05/31

Lichter in der Nacht

Wer fotografieren kann, den wird das hier nicht in Erstaunen versetzen. Für mich ist alles Neuland, denn ich habe mich um diese Kunst nie bemüht. Jetzt erkunde ich mit Begeisterung die Möglichkeiten, die meine neue Kamera bietet.  Die Aufnahmen zeigen dieselbe Nachtszene mit unterschiedlich schneller Kamerabewegung.

 




2012/05/27

Mein erster Versuch ...


... eine Tierfigur zu stricken. Ein Schmetterling, wie man unschwer erkennen kann.

2012/05/10

Die Möncken im Rummelsberge

Sage aus Mecklenburg

Unweit Schwerins liegt das Dorf Peckatel, in dessen Nähe ein Hügel liegt, den die Leute den Rummelsberg nennen. In diesem Berge nun sollen die Unterirdischen oder Möncken wohnen, die sich in früheren Zeiten auch oft im Dorfe gezeigt haben. Häufig hat man sie auf dem Rummelsberge groß Tafel halten sehen.
Eines schönen Tages, als sie wieder einmal eine lange Tafel gedeckt hatten, kam ein Knabe aus Peckatel dort vorbei. Neugierig trat er näher und sah sich mit kindlicher Lust die schönen Sachen auf dem Tische an. Die zierlichen Messerchen gefielen ihm so gut, dass er eines an sich nahm und damit nach Hause eilte. Hier zeigte er es dem Vater und erzählte, wie er dazu gekommen war.
Der Vater aber, der wußte, dass es nicht gut sei, die Unterirdischen zu foppen oder gar zu bestehlen, und auch, dass die Tafel nicht eher wieder verschwinden könnte, bis das Messerchen zurück sei, befahl dem Knaben mit ernster Miene, es wieder dorthin zu tragen, wo er es fortgenommen. Der Knabe gehorchte, und alsbald war die Tafel verschwunden.

Noch viele Geschichten werden von den Möncken erzählt, wodurch es aber gekommen, dass die Unterirdischen den Verkehr mit den Menschen gänzlich abgebrochen, erzählt diese:

Häufig soll es vorgekommen sein, dass die Mönken ihre Kinder zu den Dorfbewohnern gebracht und sich dafür ein Menschenkind genommen haben. Dies geschah gewöhnlich des Nachts und wenn niemand in der Stube war.
Eines Morgens nun hatte wieder einmal eine Frau in Peckatel das Unglück gehabt, statt ihres lieblichen, kräftigen Kindes ein solches Wechselbalg in der Wiege vorzufinden. Aus Furcht vor weiterem Unglücke quälte sie sich etliche Jahre mit dem Kinde, das weder wuchs noch gedieh.
Eines Tages bat das Kind seine Pflegemutter, sie solle ihm einmal etwas zeigen, das es noch nie gesehen hätte.
Da nahm die Frau ein Ei, zerschlug es und richtete es an, wie es bei den Bauersleuten Sitte ist. Dann reichte sie dem Kinde die Speise. Der kleine Unterirdische aber wollte sie nicht essen, stieß sie zurück und rief: "Ick bün so old as böhmen Gold, äverst sowat hev ick min Lebtag nich sein!"
Da wurde die Frau böse und züchtigte das Kind. In der Nacht darauf holten dieMönken das Kind und haben dann auch nie wieder eines gebracht und sich nicht mehr von den Menschen sehen lassen.

2012/05/02

Die Watermöhm

In der Elde bei Slate, in der Nähe von Parchim, wohnt die "Watermöhm".
Der Pastor ging eines Abends am Eldeufer spazieren, da hörte er eine dumpfe Stimme aus dem Wasser rufen: "De Stunn is dor, aewer de Knaw noch nich."*
Dem Pastor wurde graulich zumute, und er kehrte nach dem Dorfe um. Da begegnete ihm ein Knabe, der auf seine Frage, wohin er wolle, sagte, er wolle am Ufer Schnecken und Muscheln sammeln.
"Tu das nicht", sagte der Pastor, "da hast du einen Schilling, geh und hol' mir aus meinem Haus die Bibel, die dort auf dem Tische liegt."
Der Knabe lief eiligst fort und kam bald mit der Bibel zurück, als der Pastor schon das Dorf erreichte.
"Jetzt geh ich ans Wasser", sagte der Knabe.
"Nicht doch", versetzte der Pastor und gab ihm nochmals eine Münze, "geh und laß' dir einen Krug Bier** geben."
Der Knabe trank das Bier und fiel tot um. Die Stunde war da, und der Pastor hatte ihn nicht vor seinem Schicksal bewahren können.

* Die Stunde ist da, aber der Knabe noch nicht.
**Aufgrund schlechter Wasserqualität war Bier oftmals das Getränk für alle Altersklassen

2012/04/18

Witze

Auf dem Schulhof. "Warum trittst du denn immer von einem Fuß auf den anderen?" "Weil ich auf die Toilette muss." "Warum gehst du denn nicht?" " Jetzt in der Pause? Ich bin doch nicht blöd!"

Im Geschichtsunterricht. „Welcher römische Kaiser war geisteskrank?“ Fritzchen: „Hasso!“ Lehrer: „Du meinst wohl Nero?“ Fritzchen: „Ja, irgend so ein Hund war es.“

Auf der Post. Fritzchen will einen Brief aufgeben. Die Angestellte sagt: „Der Brief ist zu schwer, da muss noch eine Marke mehr drauf!“ Fritzchen, der Logiker: „Aber dann wird er ja noch schwerer!“

Anno dazumal im Milchladen: „Ich möchte ein Kilogramm Milch!“ Die Verkäuferin: „Milch wird nicht gewogen, sondern gemessen!“ „Dann geben Sie mir eben einen Meter!“

Samantha diskutiert mit der Mutti, weil sie nicht zur Schule gehen will und erklärt: „Wenn ich groß bin, werde ich Lehrerin, dann bringe ich mir selber alles bei!“

2012/04/11

Der gottlose Fischer von Waren

Sage aus Mecklenburg

In Waren lebte einst ein Fischer, der war ein schlechter, gottvergesener Kerl. Aus Habsucht hatte er sich eine bucklige, schwächliche Person zum Weibe genommen, weil sie ein hübsches Vermögen besaß. Nun wollte er sie möglichst schnell wieder loswerden, um sich ungehindert ihres Geldes erfreuen zu können, das sie ihm schon vor der Hochzeit hatte verschreiben müssen. Er behandelte das unglückliche Geschöpf auch fürchterlich schlecht und stieß und prügelte sie alle Tage, hoffend, der Tod würde ihn so desto eher von ihr befreien.

Er war auch ein Lästermaul und sang oft vor sich hin:

"Ein Kreuz, ein Leid, ein bucklig Weib
hat mir der Herr gegeben.
Nimm's Kreuz von mir, nimm's Weib zu dir,
dann kann ich ruhig leben."

Als er nun eines Tages zum Fischen auf die Müritz hinausfuhr, dort bei Sturm und Wellenschlag wieder sein Lied anstimmte und dabei weidlich auf Gott schimpfte, dass er seinen Wunsch noch immer nicht erfüllt hätte, ereilte den Frevler des Höchsten strafender Arm. Ein Wirbelwind erhob sich, warf den Kahn um und stürzte den Mann in die Fluten, wo er ein schmähliches Ende fand.


Sein Weib aber lebte noch lange Jahre in Ruhe und Frieden, welchen sie an der Seite des gottlosen Gatten nie gekannt.


2012/03/12

Witze





Kaffeezeit bei Schulzes. Der mopsige Paul:"Kann ich noch mehr Kuchen haben?" Die Mutter legt ihm zu dem ersten ein weiteres Stück auf den Teller. Paul guckt den Kuchen an und wartet.
"Nun", sagt die Mutter, "warum isst du nicht?"
Paul druckst erst herum, dann sagt er: "Ich möchte vier Stücke."
"Kannst du haben", sagt die Mutter, nimmt das Messer und teilt jedes Stück in der Mitte durch.


Maximilian erzählt in der Schule: "Mein Papa hat ein neues Auto."
Der Lehrer: Da ist dein Vater sicher stolz auf den schönen neuen Wagen."
"Ja, er hat die ganze Nacht in der Garage verbracht. Das Auto hat jetzt eine noch schönere Farbe und auch neue Nummernschilder!"

In der Schule werden die Sinnesorgane behandelt. Der Lehrer fragt: "Wozu sind die Ohren notwendig?"
Klein Fritzchen: "Damit wir sehen können."
"Unsinn, Fritzchen, mit den Ohren kann man doch nicht sehen."
"Das nicht, aber sonst würde uns die Mütze über die Augen rutschen."

In der Grundschule. Der Lehrer erklärt den Kindern, dass es nicht schön ist, sich selbst zu loben: "Eigenlob stinkt".
Da meldet sich Sofia: "Herr Müller, Ronny lobt sich."

Ein kleines Mädchen steht laut heulend auf der Straße. Da fragt eine ältere Dame: "Warum weinst du denn so sehr, meine Kleine?"
"Ich brauche fünf Euro, damit ich zu meiner Familie kann!" Die Dame nestelt schon mitleidig an ihrem Täschchen, fragt aber: "Wo ist denn deine Familie?"
"Im Kino!"

Ricardo konnte wegen furchtbarer Bauchschmerzen leider die Mathearbeit nicht mitschreiben. In der nächstan Stunde ist Schwimmen, und es geht ihm urplötzlich wieder gut.
Der Lehrer sagt: "Du kannst nicht Schwimmen gehen, wegen deinen Bauchschmerzen."
Ricardo darauf: "Oooch, ich kann ja auf dem Rücken schwimmen."

2012/03/06

Die Kemlade - Sage aus Mecklenburg

Bei Barkow liegt ein kleiner See, die Kemlade* genannt. Bei niedrigem Wasserstande werden eine Menge Pfähle sichtbar, die Reste einer mittelalterlichen Wohnstätte.

Hier war vor Jahrhunderten ein Dorf, das gehörte Herrn Kramon. Er gebärdete sich als frommer Mann, machte Schenkungen an Kirchen und Klöster und liess in Barkow, das keine Kirche hatte, eine Kapelle bauen. In Wirklichkeit war er jedoch ein böser Mensch und ein hartherziger und grausamer Herr für seine Leibeigenen.

Als diese einst um Brot schrien, liess er sie in eine Scheune sperren und legte mit eigener Hnad Feuer daran. Als die Verbrennenden schrien und stöhnten, höhnte er: "Hört, wie die Ratten schreien, die mein Korn stehlen wollten!"

Nicht lange aber, nachdem die Scheune niedergebrannt war, wurde das Gut von einer Unzahl an Ratten heimgesucht. Um ihnen zu entfliehen, liess er sich eine Kemlade in den See bauen, doch die Ratten schwammen hinüber und liessen ihm keine Ruhe und nichts zu beißen. So floh er endlich und verließ das Land seiner Väter.

*Kemlade hier: Mittelalterliches turmartiges Wohnhaus adliger Familien, das in ein Gewässer oder Moor gebaut wurde (später wurden auch hofseitige Anbauten der bürgerlichen Giebelhäuser als Kemladen bezeichnet)

2012/03/02

Gemeingefährliche Busfahrer

Wenn ich bei uns den Stadtbus benutze, sitze ich am liebsten vorn rechts; schräg hinter dem Fahrer. Man hat einen super Überblick, und da ich sowieso in Gedanken mitchauffiere, bietet sich das einfach an. Seit vorgestern denke ich aber ernsthaft darüber nach, das nicht mehr zu tun. Ich habe schon so viele Beinahe-Unfälle gesehen, dass man sicher ruhiger fährt, wenn man hinten sitzt und sich überraschen lässt, wenn es knallt.

Besonders macht mir zu schaffen, dass die Busfahrer offensichtlich nicht wissen, dass Fußgänger, die in derselben Richtung unterwegs sind, ebenfalls „Grün“ haben. Immer an derselben (stinknormalen) Ampelkreuzung passiert es, dass der links abbiegende Bus die Fußgänger einfach ignoriert. Einmal wurde eine Oma fast umgefahren, und als ein Fahrgast den Busfahrer darauf hinwies, dass sie Grün hätte, brüllte der (vorher schon hochrote und stets cholerische) Fahrer: „Die hat kein Grün!“ Ein Blick nach links hätte ihm gezeigt: sie hatte grün.

Vorgestern nun ein ansonsten vernünftiger, freundlicher Busfahrer, dieselbe Kreuzung, dieselbe Situation. Fußgänger hat gerade Mittelstreifen überquert und will die 2. Fahrbahn betreten, Bus fährt unbeirrt weiter, hätte den konsterniert stoppenden Mann fast gestreift. Busfahrer zuckt keine Wimper, nimmt keine Notiz. Ich konnte es nicht fassen!

Hinzu kommen unzählige Situationen, wo es um ein Haar zu Sachschaden gekommen wäre. Fazit: Vorn sitzen ist nichts für meine Nerven.

Kommunalverwaltung war 1925 genauso sparsam wie heute

Stralsunder Seebadeanstalt 1927






Zeitungsbeitrag aus "Der Vorpommer" von Sonntag, 24. Mai 1925

Wannseebad Berlin - Seebad Stralsund Wer die letzten Berliner Zeitungen fleißig studiert hat, der bleibt immer und immer wieder bei einem Artikel hängen - Ausbau des Wannseebades Berlin. Kurkapelle, Rundfunk und Hundezwinger, Wäscheausgabe, Schwimmlehrer und 18 Wasserleitungen für Trinkwasser, Aufbewahrungsort für Fahr- und Motorräder. Belehrungsstunde und ein halbes Dutzend Bademeister usw. usw. - Alles durch den Magistrat und auf Kosten des Magistrats, alles für ein Freibad, wo bekanntlich wenig Einwohner sind!!!

Und Stralsund?? Oho - wir haben auch etwas! Rundfunk und Hundezwinger wären sehr schön, sind aber zu entbehren, Kurkapelle kann man auch noch verschmerzen! Nun aber, was wir haben? Eine Wäscheausgabe, aber nicht etwa vom Magistrat angelegt, sondern vom Pächter! Auch ein Schwimmlehrer ist vorhanden, aber nicht etwa vom Magistrat verpflichtet worden, sondern vom Pächter! Auch ein Aufbewahrungsort für die Fahrräder ist angelegt, aber natürlich durch den Pächter!

Nun das, was wir nicht haben, aber noch bekommmen. Ein Sonnenbad, aber nicht etwa durch den Magistrat, nein. Die Liegestühle und alles auf Kosten des Pächters. Auch ein Sport- und Spielplatz für die Jugend wird angelegt! Aber Reck, Barren, Sprunggestelle liefert nicht etwa der Magistrat, nein der Pächter schafft alles auf seine Kosten an! Eine Küche ist bereits eingebaut worden, aber selbstverständlich vom Pächter! Das alles haben oder bekommen wir! Nie zu vergessen: alles durch den Pächter!


Nun aber, was haben wir nicht, obwohl es unbedingt vorhanden sein müßte? In erster Linie fehlt uns eine Wasserleitung! Bei Unglücksfällen, welcher Art sie auch sein mögen, soll der Pächter die erste Hilfe erbringen, den ersten Notverband anlegen. Woher er aber das Wasser nimmt, um Wunden vorschriftsmäßig auszuwaschen, ist dem Magistrat gleichgültig! Oder verlangt die Stadtverwaltung etwa, daß der Pächter auch noch die Wasserleitung auf eigene Kosten anlegt??


Wir Stralsunder Bürger wissen, was der Pächter alles getan hat und noch tut! Und der Magistrat? Oho, der weiß es auch! Der verlangt aus lauter Dank mehr Pacht!!! Ein Antrag des Pächters auf Verlängerung der Pachtzeit ist abgelehnt!!! Wie soll der arme Kerl sein Geld, das er zum Wohle der ganzen Stadt in dies Unternehmen steckt, wiederbekommen, wenn ihm die Verlängerung der Pachtzeit versagt wird und der Pachtzins immer höher geschraubt?? Hat sich der hohe Magistrat das schon einmal durch den Kopf gehen lassen? Wir Stralsunder Bürger wissen, was wir dem Pächter schuldig sind, und werden daher auch geschlossen für ihn und unser Seebad einstehen!

Bett okkupiert


Und ich?
Zusammengerollt in der Mitte?

2012/02/25

Ich bin doch nicht abergläubisch!


Heute morgen auf dem Weg zum Bäcker: ein Ladenschild wird gereinigt, ich muss unter der Leiter durch oder den Gegenverkehr abwarten. Zu letzterem habe ich keine Lust. Als ich unter die Leiter trete, schrecke ich zurück: eine Spinne lässt sich gerade vor meinem Gesicht herunter. Warte also bis, der Weg frei ist und gehe um die Leiter herum.

Vor dem nächsten Hauseingang sitzt eine schwarze Katze und macht Miene, direkt vor mir über den Weg zu laufen. Ich blicke sie hypnotisierend an, sie guckt frech zurück. Schwitzend vor Aufregung passiere ich die Gefahr. Das Tier bleibt sitzen.

Im Bäckerladen schnappe ich mir zuerst eine Zeitung vom Tresen und studiere zitternd mein Horoskop. Es ist ausgesprochen positiv, und beruhigt trete ich mit meinen Brötchen den Heimweg an. Das schwarze Monster hat tatsächlich gelauert, bis ich zurückkomme. Viel mutiger als vorhin blicke ich ihr in die Augen. Das scheint ihr nicht zu gefallen, denn sie macht „Mau!“ und springt mir zwischen die Beine. Ich stolpere und die Brötchen fliegen in den Dreck.

Soll ich zurück zum Bäcker und das Horoskop reklamieren? Nein, ich habe auch meinen Stolz. Und schließlich bin ich nicht abergläubisch.

2012/02/23

Das Petermännchen im Schweriner Schloss


Sage aus Mecklenburg

In den Gängen und auf den Treppen des Schweriner Schlosses geht bis auf den heutigen Tag ein Geist um, das Petermännchen genannt.

Er ist ein Zwerg und sieht recht garstig und grausig aus. Gekleidet ist er wie ein Reitersmann aus dem Dreißigjährigen Kriege und trägt einen gewaltigen Knebelbart. Seine Kleider sind grau wie der Sandstein des Schlosses, und am Gürtel hat er einen Bund verrosteter Schlüssel zu hängen. Die machen, wenn er geht, ein gewaltiges Gerassel; genau wie die mächtigen eisernen Sporen an den Stulpenstiefeln. Auf dem Kopf trägt er einen großen grauen Federhut.

Lässt das Petermännchen sich blicken, so hiess es früher, gibt es bald darauf einen Todesfall im Geschlecht derer von Mecklenburg. Es geht aber manchmal auch eine weiße Frau um, und dann darf das Petermännchen sich nicht sehen lassen. Auch in der heiligen Weihnacht darf er, wie alle bösen Gespenster, nicht umgehen. Außerdem kann man ihn mit einem krähenden Hahn in die Flucht schlagen.

Sonst ist er aber ein störrischer Gesell, der sich aus Bannsprüchen und Weihwasser nichts macht. Er soll auch schon Geistlichen, die versuchten, ihn zu bannen, Grimassen geschnitten und lose Reden wider sie geführt haben.

Lässt er sich auch selten blicken, so kann man ihn doch oft hören. Er pocht und klopft, rasselt mit den Schlüsseln, wirft die Türen und lässt ein lautes, heiseres Lachen ertönen. Begegnet man ihm doch einmal auf den engen Treppen oder in den Gängen, so spreche man schnell ein Stoßgebet. Sonst wird man gepackt, ehe man sich's versieht, und die Treppen hinuntergeworfen – wohl dem, der's mit heilen Gliedern übersteht.

Am liebsten jedoch erscheint er in der Galerie, welche sich im ersten Stock um den Innenhof zieht. Hier stapft er bei Tage wie bei Nacht in seinen großen Stiefeln herum, ficht mit den Armen und knurrt und brummt wie ein boshafter Kater. Begegnet ihm hier jemand, wirft er ihn zwar nicht von der Galerie herunter, aber bläst ihn an mit seinem grabeskalten Odem, so dass einem angst und bange wird. Derjenige bleibt wie betäubt stehen, bis ein anderer Mensch zu Hilfe kommt. Danach ist man lange krank und nicht wenige sind bald darauf gestorben.

Einen jungen Soldaten hat der Kobold einst sogar auf der Stelle getötet, weil er nicht an ihn glauben wollte. Der Bursche war erst kurze Zeit im Dienste des Herzogs von Mecklenburg, und seine Kameraden warnten ihn vor dem Petermännchen. Da lachte er und wollte nichts davon wissen. Als er nun aber allein auf Schildwache stand, da kam plötzlich der Geist direkt auf ihn zu. Er dachte, die Kameraden hätten einen Zwerg verkleidet, um ihn zum Besten zu haben; legte an und rief: „Steh und gib Antwort, du kleiner Hexenkerl, oder ich gebe Feuer!“

Da schnitt das Petermännchen eine böse Grimasse, sprang ihn an, wie es Katzen tun und gab ihm eine Ohrfeige. Da stürzte der junge Bursche zu Boden und war augenblicklich tot. Seine Kameraden aber hatten alles aus der Ferne mit angesehen.



2012/02/12

Werwölfe in Mecklenburg

1

Eine junge Frau, deren Mann aus rätselhaften Ursachen häufig abwesend war, schöpfte den Verdacht, dass er ein Werwolf wäre.

Eines Tages arbeiteten beide auf dem Felde. Nach kurzer Zeit schlug sich der Bauer in die Büsche und kam nicht wieder. Plötzlich aber kam ein Wolf aus dem Gebüsch gesprungen. Er lief auf die Frau zu, faßte mit den Zähnen ihren roten Rock und zerrte sie hin und her. Durch Schreien und Schlagen mit der Hacke konnte sie ihn vertreiben.

Bald darauf trat der Mann aus demselben Busche, wo der Wolf verschwunden war. Sie klagte ihm die ausgestandene Angst. Er lachte, und dabei zeigten sich steckengebliebene Wollfäden zwischen seinen Zähnen.

Die Bäuerin zeigte ihren Mann dem Richter an, und er wurde verbrannt.


2

In Vietlübbe bei Lütz lebte vor mehr denn 300 Jahren ein beherzter Bauer. Eines Tages ritt er in die Stadt, um Einkäufe zu machen. Als er auf dem Rückweg war, wurde es schon dunkel, und er musste durch einen finsteren Tann. Als er durch einen Bach ritt, dessen Ufer mit Erlengestrüpp bewachsen waren, wurde das Pferd unruhig. Schließlich wollte es nicht weiter vorwärts. Erstaunt über das ungewohnte Benehmen des Tieres, wollte er absteigen, um es am Zügel zu führen. Da sprang ein Wolf aus dem Ellerndickicht und schnappte nach dem Pferde.

Da brauchte der Bauer das Pferd nicht mehr antreiben, es lief, was es konnte, um dem Feind zu entrinnen. Doch bald war es erschöpft, der Verfolger holte es ein und sprang ihm nach der Kehle. Der Bauer aber dachte bei sich, dass es schon seit Jahrhunderten in der Gegend keine Wölfe gäbe und dass das Untier vielleicht ein Werwolf sei. Es ging nämlich ein Gerücht im Dorfe, dessen er bisher nicht geachtet hatte, von einem Nachbarn, der sich verwandelte und manche Beute nach Hause brächte.

Nun hatte unser Bauer auch gehört, dass so ein Werwolf augenblicklich seine menschliche Gestalt annehmen müsse, wenn man ihn beim Taufnamen riefe. Als daher der Wolf das Pferd zu zerfleischen drohte, rief er: „ Bist du das, Gevatter Johannes Nieber?“

Kaum waren die Worte aus seinem Munde, als der Wolf sich in einen Menschen verwandelte und sein Gevatter vor ihm stand und ihn flehentlich bat, er möge nichts nachsagen. Er wollte ihm auch nie wieder etwas zuleide tun und den Schaden, den das Pferd durch die Bisse erleiden musste, ersetzen.

Der Bauer versprach zu schweigen, ließ ihn aber zuvor geloben, sich nie wieder in einen Werwolf zu verwandeln. Man hat auch in der Gegend nie wieder etwas von einem Werwolfe gehört.


Illustration: http://www.kostenlose-grafiken.de

2012/02/08

Im galaktischen Vergnügungsviertel


Das Weltall erscheint uns so rätselhaft und fremd, vor allem aber so unfaßbar weit, daß viele Menschen seine Dimensionen am liebsten verdrängen. Wer denkt schon gern darüber nach, wie verletzlich wir sind und wie bedeutungslos; die wir uns festklammern an einem Brocken Materie, der im All weniger als ein Staubkörnchen ausmacht. Unser gerühmter blauer Planet, Alles für uns menschliche Mikroben, ist in Wahrheit ein absolutes Nichts!

„Astronomie, das ist mir zu hoch“, denken die meisten, „das kann ich sowieso nicht verstehen oder mir vorstellen.“ Diese Scheu ist jedoch völlig unbegründet. Das Leben im All verläuft völlig normal, ja geradezu vertraut. Das Dasein der Sterne und Galaxien muss uns nicht länger bedrohlich und unverständlich erscheinen, wenn wir ihr geheimes Leben erforschen und uns verdeutlichen, wie sehr ihre Existenz der menschlichen ähnelt.

Lassen Sie uns gemeinsam den Alltag in unserer Galaxiengruppe beleuchten, und Sie werden sehr bald Verständnis, ja Sympathie für die Sterne entwickeln.
Sterne werden nicht wie wir geboren, sondern vom Klapperstorch gebracht.

Unterlassen Sie das!
Ich kann deutlich erkennen, was hinter
Ihrer Stirn vorgeht! Bis morgen schreiben Sie einhundertmal
den Satz „Ich soll mir nicht die Sterne beim Sex vorstellen!“

Wir wissen so gut wie nichts über die Lebens- und Arbeitsweise des intergalaktischen Klapperstorchs, denn er nutzt die sogenannten planetarischen Nebel, um sein Treiben zu verbergen. In dieser undurchsichtigen Schutzhülle wachsen die kleinen Sternenbabies, von unseren neugierigen Teleskopen unbehelligt, heran. So ein Sternenkindergarten ist zum Beispiel der Orion-Nebel.

Schon den kleinen Sternenkindern paukt man ein, „Die Kraft“ zu fürchten. Wer sein Dasein fromm und genügsam verbringt, so erfahren sie, den wird „Die Kraft“ nicht zu belohnen vergessen. Je kleiner und bescheidener, um so länger lebe ein Stern.

Die großen Supersterne dagegen, die Angeber und Verschwender, verbrennen in nur wenigen Millionen Jahren in ihrem eigenen Kernfeuer. Ihr Ziel ist es meist, zur Supernova zu werden, um die Bewunderung und den Neid aller zu erregen. Ob das gelingt, bleibt fraglich, denn in ihrer rücksichtslosen Ruhmsucht zerstören sie andere mit. Für dieses fragwürdige Ziel verausgaben sich die Riesensterne völlig. Doch was kommt danach? Eine einzige spektakuläre Explosion, um dann vielleicht ein Leben als Neutronenstern zu führen, unbedeutend; selbst gegenüber den weißen Zwergen winzig wirkend, und ob der ungeheuren eigenen Masse an schmerzenden Füssen leidend in Ewigkeit?

Rote Zwerge sind die Vorbilder, die man den kleinen YSOs (young stellar object’s) unter die Nase reibt, die netten Omis und Opis des Alls. Auch unsere Sonne wird schon in einem Dutzend Jahrmillionen zu so einem Sympathieträger werden!

Wenn die Kleinen nicht parieren, wird ihnen mit dem fürchterlichen, alles verschlingenden schwarzen Loch gedroht. Ein Ammenmärchen, sagen die einen. Jedenfalls habe man noch keinen Stern erzählen hören, dass er es wirklich gesehen hätte. Kein Wunder, sagen die anderen. Es verschlucke ja jeden, der sich ihm nähert! Soviel zur Sternenpädagogik.


Unsere Milchstraße dagegen ist ein Altersheim, denn ihre Nebel können keine neuen Sterne mehr hervorbringen. Ihre ältesten Sterne werden auf zwölf Milliarden Jahre und älter geschätzt. Das ist weiter nichts Schlimmes, sondern eher ein Grund zum Stolz, denn die großkotzigen Riesensterne werden ja gar nicht so alt!

Da Sterne fast durchweg sehr gebildet sind, haben sie auch alle ihren Marx gelesen und wissen seitdem: „Einigkeit macht stark!“ Aus diesem Grund haben die einzelnen Galaxien sich zu Galaxienhaufen verbündet. Unserer heißt Lokale Gruppe. Die Milchstraße und die Andromeda-Galaxie sind die Supermächte und geben in der Organisation den Ton an. Triangulum und die Große sowie die Kleine Magellansche Wolke versuchen noch dagegen anzustinken, aber das ungefähre Dutzend Zwerggalaxien hat nichts zu melden und ist froh, den Schutz der Großen geniessen zu dürfen. Immerhin wird die Union der Lokalen Gruppe noch durch die Gravitation zusammengehalten, während das restliche All allmählich auseinanderdriftet.

Unter den verschiedenen Galaxien und Gruppen herrscht oftmals Abneigung, wenn nicht gar Rassismus. Kein Stern wagte sich in eine fremde Galaxie, weil er hemmungslos gemobbt würde!
So ist alles straff organisiert und jeder weiss, wie er zu rotieren hat. Die kleinen umkreisen die jeweils grösseren und suchen eifrig nach der Stelle, wo man ihnen in den Hintern kriechen kann. Das kommt Ihnen doch sicher bekannt vor, nicht wahr?

Bei aller strengen Ordnung geht es natürlich nicht ohne ein Vergnügungsviertel. Denn wenn man erst einmal Unzufriedenheit aufkommen läßt, könnte das zu Unruhen oder gar einer Revolution führen; welche doch immer ein ziemlich unangenehmes Durcheinander verursachen. Erinnern Sie sich noch an den Urknall? War ja mal ganz nett, aber ein paar Billionen Jahre Planungssicherheit sind auch nicht zu verachten.

Die ultimative Attraktion auf dem megagigantischen Rummelplatz ist Pulsaria, die Tänzerin, die sich rasend schnell dreht. Mit wehendem Schleier, geschmückt mit funkelnden Steinen, sendet sie im rasenden Takt ihres Tanzes gleissende Strahlen aus, um Zuschauer anzulocken. Der zuckende, schnelle Rhythmus der Pulse ist verheißungsvoll und warnend zugleich. Und wie alle Schlampen hat sie eine magische Anziehungskraft auf ihre Verehrer.

Lechzend stieläugeln unsere lieben Senioren nach ihr. „Die Kraft“ hat sie gestraft für ihre Lüsterheit - mit ewigem Siechtum als weisse Zwerge. Pulsaria dagegen würdigt sie keines Blickes - wen kümmern schon kaum leuchtende Zwerge – aber sie nährt sich von ihrer Bewunderung.

Unnötig zu erwähnen, daß die „guten“ roten Zwerge sich natürlich nicht auf dieser sündigen Meile sehen lassen.

Da wäre noch etwas zu erwähnen, das Sie sicher brennend interessiert: die extraterrestrischen Lebewesen. Ich muss Sie enttäuschen: sie sind reine Fama. Warum sollte die Natur einen so gravierenden Irrtum wie unsere Erschaffung zweimal machen? Fragen Sie doch mal einen gewissen Mr. Spock, ob das logisch wäre!

Illustration: http://www.freegifs.de

2012/02/06

Hans und der Hexenritt


Es war einmal ein alter Bauer. Dessen Weib hatte es mit Hans, dem Knecht.

Eines Abends, als der Bauer schon im Bett ist, aber die Frau noch in der Küche, da tritt der Hans zu ihr herein. Sie ist aber gerade dabei, ihrem grauen Kater und sich selbst die Beine mit einer Salbe zu bestreichen.

„Was machst du da?“ fragt Hans.

Die Bäuerin antwortet: „ Ich will auf den Blocksberg, willst du reinen Mund halten, kannst du mit und mein Bediensteter sein.“

Darauf heißt sie ihn den schwarzen Hahn holen. Als beide Tiere mit der Salbe bestrichen sind, stehen da mit einem mal ein Grauschimmel und ein schwarzer Hengst. Die Frau setzt sich auf den Grauen, spricht:

„Up und davon,

nirgends an!“

und fort geht’s mit ihr durch den Schornstein.Jetzt springt Hans auch auf seinen Hengst, und da sie gesagt hat, er solle ihr alles nachtun, er aber den Spruch nicht recht gemerkt hat, sagt er:

„Up und davon,

alleweg an!“

und da geht’s auch mit ihm durch den Schornstein, aber auf der weiteren Reise prallt er bald gegen einen Baum, bald gegen einen Felsen. So kommt er ganz zerschunden schließlich auf dem Blocksberg an. Das Bauernweib ist schon abgestiegen und heißt ihn die Pferde halten und bei den anderen Bedienten bleiben. Nach einiger Zeit werden sie zwar zum Schmause geholt, aber als es ans Lieben geht, werden die Knechte fortgeschickt. Als alles vorüber ist, setzen sie sich wieder auf die Pferde und reiten heim. Den Hans aber wurmt es, dass er nicht hat mittun dürfen, und er verübelt der Hexe auch die vom Hinritt zerschlagenen Glieder. So überwirft er sich mit der Bäuerin und geht bald darauf anderswo in Dienst.

Er nimmt sich aber vor, der Hexe einen Schabernack zu spielen. Mit einigen Kameraden versteckt er sich abends am Kreuzweg unter aufgestelltem Ackergerät. „Wollt ihr sehen, wie das Weib mit dem Altknecht zum Blocksberg reitet, so kommt mit.“

Sie sitzen auch nicht lange in dem Versteck, da hören sie schon den Hufschlag. „Seht, seht,“ ruft Hans, „das alte Bauernweib auf ihrem Grauschimmel, und hinter ihr auf dem Rappen, das ist der Altknecht!“

Sie bemerken, dass die beiden gegen den Kreuzweg reiten, aber nicht hinüberkönnen, sondern längs des einen Weges ihren Ritt fortsetzen müssen.

Am anderen Tag ist Hans auf dem Felde, als er plötzlich bemerkt, wie seine ehemalige Bäuerin sich nähert. Vergeblich sieht er sich um, wo er sich verstecken könnte. Da verfällt er auf einen langen Strick, der auf dem Wagen liegt. Flink holt er ihn, schlingt ihn um den Leib und dann zwischen den Beinen durch, den Rücken hinauf über die Schulter, worauf er die Enden vorn mit einem Kreuzknoten zusammenbindet. Nun trägt er vorn und hinten ein Kreuz, und die Alte kann ihm nichts anhaben.

Als sie herankommt, und das sieht, verlegt sie sich aufs Bitten. Sie gibt ihm gute Worte: er möge doch wieder zu ihr ziehen, und es solle allles vergessen sein. Hans antwortet, er hätte kein Verlangen danach. Da bittet sie, doch wenigstens seinen Kameraden zu sagen, dass sie gestern nicht auf dem Grauschimmel geritten sei und bietet ihm zwanzig Taler dafür an. Das verspricht er zu tun und bekommt das Geld.

Als er aber abends mit den anderen Knechten bei einem Krug Bier sitzt, sagt er zu ihnen: „Hört mal, ich habe euch gestern gesagt, dass das alte Bauernweib auf dem Grauschimmel reitet. Das ist aber gar nicht wahr: sie ist nur auf ihrem grauen Kater geritten.“

Sage aus Mecklenburg